„Grenzen überschreiten - eine alltägliche Erfahrung in Lörrach“

Attraktive Rahmenbedingungen für deutsche Arbeitskräfte in der Schweiz

 

Das Lohnniveau in der Schweiz ist deutlich höher als in Deutschland. Daher sind Arbeitsplätze in der Schweiz für deutsche Arbeitskräfte, die hohe Schweizer Löhne mit vergleichsweise niedrigen deutschen Lebenshaltungskosten kombinieren können, sehr attraktiv. Diese Attraktivität wird auch durch längere Arbeits- und kürzere Urlaubszeiten in der Schweiz nicht maßgeblich beeinträchtigt. Dementsprechend stehen Unternehmen in Deutschland mit Unternehmen in der Schweiz in starker Konkurrenz um knappe Fachkräfte.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der hohen Anziehungskraft der Basler Pharmaindustrie ist der kontinuierliche Anstieg der Grenzgängerbewilligungen in Lörrach ab 2001 nicht verwunderlich. Im Jahr 2018 pendelten täglich 5.294 Lörracher über die Grenze in die Schweiz. Aus dem Landkreis Lörrach waren es insgesamt 21.334 Grenzgänger.

Die Auswertung der Zielkantone zeigt, dass aus der Stadt Lörrach knapp 3.000 Grenzgänger in den Kanton Basel-Stadt pendeln. Auch die Kantone Basel-Landschaft und Aargau sind attraktiv für Grenzgänger. Selbst in entferntere Kantone wie etwa den Kanton Zürich fahren täglich 100 Grenzgänger aus Lörrach. Die meisten ausländischen Erwerbstätigen in der Schweiz sind im verarbeitenden Gewerbe, im Handel und im Gesundheitswesen tätig.

 

Vielseitiges Kultur- und Freizeitangebot im Dreiländereck

 

Von Lörrach aus kann man an einem Tag bequem drei Länder bereisen und in drei Kulturen und ihre Sprachen eintauchen. Nicht nur die badische, die elsässische und die Schweizer Küche sorgen für besondere Genussmomente, auch für Kunstgenießer bietet das Dreiländereck unzählige Museen, Messen und Ausstellungen auf höchstem Niveau. Außerdem laden Schwarzwald, Vogesen und Jura dazu ein, frische Luft zu schnappen, die Landschaft zu erkunden und sich sportlich zu betätigen.

 

 

Attraktive Rahmenbedingungen für Kund*innen aus der Schweiz

 

Das Preisniveau im Einzelhandel, aber auch bei anderen Dienstleistungen wie z.B. in der Gastronomie, ist in der benachbarten Schweiz deutlich höher als in Deutschland. Davon profitiert der gesamte Hochrhein. Insbesondere Lörrach kann mit seinem überdurchschnittlichen Handelsbesatz, der wiederum ein Effekt der Grenzlage ist, große Anziehung entfalten.

Lag der Wechselkurs im Oktober 2007 noch bei 1,67 Schweizer Franken für einen Euro, so fiel er in Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise im Juli 2011 auf 1,13, wurde dann ab September 2011 von der Schweizerischen Nationalbank bei 1,20 gestützt und fiel nach der Freigabe im Januar 2015 erneut auf 1,03. Im Juni 2019 lag der Kurs bei 1,12.

Diese Kursentwicklung wirkt sich auf die Einzelhandelsumsätze in der Stadt Lörrach aus. Das Büro Dr. Acocella hat im Auftrag der Stadt Lörrach anhand von Befragungen im Jahr 2015 einen deutlichen Anstieg des Umsatzanteils aus der Schweiz von 19% im Jahr 2008 auf 28,3% im Jahr 2015 ermittelt. In absoluten Zahlen entspricht dies einer Verdoppelung des Umsatzes von 77 Mio. EUR auf 154 Mio. EUR.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in dem Anstieg der vom Zoll abgestempelten Ausfuhrscheine, der sogenannten „grünen Zettel“, wieder, mit denen Kund*innen aus der Schweiz die deutsche Mehrwertsteuer von 19 Prozent (7% auf Lebensmittel und Bücher) beim nächsten Einkauf im Laden zurück bekommen können.

 

Auswirkungen auf die Grundstückspreise

 

Sowohl der Kaufkraftzufluss aus der Schweiz als auch die Zunahme der Grenzgänger und der damit einhergehende Anstieg der Bevölkerung wirken sich auf die Flächennachfrage in der Stadt Lörrach aus, einerseits im Bereich Einzelhandel, andererseits im Bereich Wohnen. Steigende Immobilienpreise sind Spiegel des Wettbewerbs um verfügbare Grundstücke. Das Negativzinsumfeld setzt zusätzliche Anreize, in Immobilien zu investieren, auch für Schweizer. Dadurch wird der Umnutzungsdruck auf gewerbliche Flächen insbesondere in Mischgebieten zusätzlich erhöht. Diese Wirkungskette muss die Stadtplanung im Auge behalten, um den bestehenden gewerblichen Sektor sichern zu können.

Weitere Informationen zur Grenzlage siehe Kapitel 2.3 im Bericht zur "Fortschreibung des Gewerbeflächenentwicklungskonzeptes für die Stadt Lörrach". (Endbericht Stand: 09.05.2017 pdf, 7MB)

 

Kontakt:

Marion Ziegler-Jung, Geschäftsführerin
Tel. 07621/5500-105, ziegler-jung[at]wfl-loerrach.de