Das Gewerbegebiet "Entenbad" - Schrittmacher der wirtschaftlichen Entwicklung in Lörrach

 

Als der Bebauungsplan-Entwurf im Jahr 1980 erstmals in den Gremien diskutiert wurde, war der Handlungsdruck enorm. Angesichts ernsthafter Abwanderungstendenzen einheimischer Betriebe sah man sich – wie heute - gezwungen, zusätzliche Gewerbeflächen zur Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen anzubieten.

Demzufolge wurden hohe Erwartungen an das neue Gewerbegebiet gestellt: Das Entenbad sollte vor allem Klein- und Mittelbetrieben neue Zukunftschancen bieten, die bisher an ihren angestammten Plätzen aus allen Nähten platzten oder teils auch in Konflikt mit der Wohnbebauung geraten waren. Es sei „Platz für 1500 neue Arbeitsplätze“, lautete eine der Schlagzeilen in der Lokalpresse. Später wurde die Arbeitsplatzdichte etwas relativiert, es war von rund 60 Arbeitsplätzen pro Hektar die Rede. Man ging davon aus, dass das wegen seiner günstigen Verkehrslage an der neuen B 317 attraktive Gelände rasch ausgebucht sein werde.

Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen haben hier einen neuen bzw. ihren ersten Standort in Lörrach gefunden: Handwerk, produzierende Betriebe, Dienstleister, Logistik- und Vertriebszentren sowie Großhandel und KFZ-Handel. Einzelhandel und sonstige großflächige Handelsbetriebe wurden im Bebauungsplan ausgeschlossen, da nur so das Ziel erreicht werden konnte, Flächen für Handwerk und produzierende Betriebe zu sichern.

Bei der Diskussion über das Entenbad wurden seinerzeit, insbesondere als es um die geplante Umsiedlung der Firma Raymond ins Entenbad ging, Beeinträchtigungen der Wohnqualität in Hauingen befürchtet. Dabei ging es vor allem um die Frage der zu erwartenden Lärmemission, um eine befürchtete Zunahme des Gewerbeverkehrs im Ortskern sowie um den Dorfcharakter und das Ortsbild am Dorfeingang. Das bisherige Selbstverständnis Hauingens als Dorf ohne Industrie galt es neu zu überdenken, das entstehende Gewerbegebiet in das Dorfleben zu integrieren.

Das Gewerbegebiet hat sich seit dem ersten Richtfest im Jahr 1986 kontinuierlich weiterentwickelt: Neue Firmen sind hinzugekommen, einige Unternehmen haben ihre Produktionsgebäude bereits erweitert, andere den Standort im Entenbad wieder aufgegeben.

Das Gewerbegebiet zwischen der Landesstraße 138 und der Bundesstraße 317 umfasst ohne Verkehrsflächen 11,6 Hektar, davon 5,2 Hektar auf Brombacher und 6,4 Hektar auf Hauinger Gemarkung. Durch die Verlegung der L 138 wird die zunächst für Gewerbebetriebe vorgesehene Erweiterungsfläche Entenbad-Ost vergrößert, so dass hier in den nächsten Jahren das neue Zentralklinikum des Landkreises Lörrach gebaut werden kann. 

Wie beurteilen die ansässigen Unternehmen den Standort?

Von allen hervorgehoben wird die hervorragende Verkehrsanbindung des Entenbades unmittelbar an der Bundesstraße 317. Dies ermöglicht kurze Wege zu Kunden und Lieferanten in Lörrach und im Wiesental. Auch sind es nur wenige Minuten zur Autobahn, so dass der EuroAirport, Frankreich und die Schweiz schnell erreichbar sind.

Bereits bei der Planung des Gewerbegebietes war klar, dass die neue Bundesstraße zu einem der zentralen Standortfaktoren werden würde, obwohl damals noch nicht absehbar war, wann die Straße tatsächlich fertiggestellt sein würde.

Noch im Mai 1990 war das Entenbad nur über die Landesstraße 138 erschlossen:

 

Erst im Jahr 1991 wurde dann als Übergangslösung die Verbindung zwischen der L 138 und der B 317 neu eröffnet.

 Die Fertigstellung der neuen Trasse erfolgte im Jahr 1994.

 

Für die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes hat der Gemeinderat im Juli 2015 den Bebauungsplan Entenbad-Ost als Satzung beschlossen.

 

2016 wurde mit den Erschließungsmaßnahmen begonnen:

 

Im Oktober 2016 hat sich der Gemeinderat der Stadt Lörrach dann jedoch dafür ausgesprochen, dem Landkreis die beiden Standorte Entenbad-Ost und Entenbad-Nord als Potentialstandorte für den Bau eines neuen Zentralklinikums vorzuschlagen.

Dafür wird nun in einem ersten Schritt die L 138 nach Norden verlegt und ein Kreisverkehr gebaut. Der Anschluss an die B 317 sowie ein zusätzlicher S-Bahn-Halt sind in Planung.

                                                                                                             

Für das benachbarte Gewerbegebiet Entenbad werden im Gewerbeflächenentwicklungskonzept folgende Empfehlungen ausgesprochen:

  • Erhalt und Sicherung der bestehenden Nutzungsstruktur für Kleinbetriebe, Handwerk und Großhandel
  • Prüfung der Verwertungsabsichten privater Flächeneigentümer bei untergenutzten Flächen

 

Marion Ziegler-Jung, Geschäftsführerin
Tel. 07621/55 00-105, ziegler-jung[at]wfl-loerrach.de